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Europäischer Dialog
Leitbild
Europäischer Dialog – Europa politisch
denken
I.
Leitlinien & Ziele Die Stiftung Genshagen
widmet sich im Europäischen Dialog
der politischen Dimension der Zukunft Europas. Unseren Aktivitäten liegt die Überzeugung
zugrunde, dass die europäische Integration bewahrt und vertieft werden muss, um
Frieden, Freiheit, Solidarität und Wohlstand in Europa dauerhaft zu
sichern. Der Europäische Dialog dient der Reflexion
über den inneren Zusammenhalt der Europäischen Union, ihre politischen
Handlungsfähigkeit und ihre Rolle in der Welt. Unser besonderes Interesse gilt
der deutsch-französischen und der deutsch-polnischen Zusammenarbeit sowie der
Kooperation im Weimarer Dreieck unter Einbeziehung weiterer europäischer und
außereuropäischer Partner. Dabei verfolgen wir die
Ziele,
II.
Arbeitsfelder Der
Europäische Dialog arbeitet in den
sechs Arbeitsfeldern „Deutsch-französische Beziehungen“, „Deutsch-polnische
Beziehungen“, „Weimarer Dreieck“, „Junges Europa“, „Regionales Europa“ und „Europa
in der Welt“. Deutsch-französische
Beziehungen Die Beziehungen zwischen
Deutschland und Frankreich prägen seit den 1950er Jahren die Entwicklung der
europäischen Integration. Oft haben sie als Motor der Integration gewirkt, oft
waren ihr Mangel an Handlungsfähigkeit oder ihre scheinbare Dominanz in der EU
Gegenstand scharfer Kritik. Heute gilt es mehr denn je, das bilaterale Kapital
zu pflegen und zum Nutzen Europas einzusetzen. In den Projekten dieses Arbeitsfeldes
wird – unter Einbeziehung weiterer Partner – zum einen der intensive
deutsch-französische Austausch über europäische Zukunftsfragen gefördert. Zum
anderen sind die bilateralen Beziehungen selbst Gegenstand von Analyse und
Diskussion. Deutsch-polnische
Beziehungen Seit der Zäsur von 1989
haben die deutsch-polnischen Beziehungen einen dynamischen Wandel erfahren und
gelten heute zu Recht als europäische Erfolgsgeschichte. Deutschlands Rolle als
Anwalt Polens hat ausgedient. Polen tritt seit seinem EU-Beitritt 2004
zunehmend als Gestaltungsmacht in Europa auf. Beide Länder stehen heute vor der
Herausforderung, ihre bilateralen Beziehungen trotz anhaltender Asymmetrien als
eine gleichberechtigte Partnerschaft im Dienste Europas neu zu definieren. In
den Projekten dieses Arbeitsfeldes wird – unter Einbeziehung weiterer Partner –
zum einen der intensive deutsch-polnische Austausch über europäische Zukunftsfragen
gefördert. Zum anderen sind die bilateralen Beziehungen selbst Gegenstand von
Analyse und Diskussion. Weimarer
Dreieck War das Weimarer Dreieck
in den 1990er Jahren ein zukunftsorientiertes Instrument zur Heranführung
Polens an die EU mit deutscher und französischer Unterstützung, so ist es gegenwärtig
ein in seinem Sinn und Zweck umstrittenes Modell. Doch gerade in der heutigen,
großen EU ist eine vertrauensvolle, pragmatische und am gemeinsamen
europäischen Interesse ausgerichtete Zusammenarbeit der drei Länder zwingend
notwendig. Dieses Arbeitsfeld ist geprägt von der trilateralen Arbeit an einzelnen
Politikfeldern der Europäischen Union, vom Austausch über Interessendivergenzen
und von der Diskussion europapolitischer Strategien – stets mit dem Blick auf
den Mehrwert für die gesamte EU. Junges
Europa Das Engagement junger
Bürgerinnen und Bürger und die Bewahrung des europäischen Geistes sind
unabdingbar für den Erfolg der Integration unseres Kontinents. Der Europäische Dialog will Europa
vermitteln und erlebbar machen, sowie explizit jüngeren Experten Gelegenheit
geben, sich mit wichtigen Fragen europäischer Politik auseinanderzusetzen. Die
Projekte in diesem Bereich richten sich daher an Schülerinnen und Schüler,
Studierende sowie junge Berufstätige. Im Mittelpunkt steht dabei immer der
Austausch über Länder- und Sprachgrenzen hinweg, im Weimarer Dreieck und
darüber hinaus. Regionales
Europa Europa lebt aus seinen
Regionen heraus und wird für viele europäische Bürger über die Regionen konkret
erfahrbar. Die regionale Dimension der europäischen Integration hat in den
letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die länderübergreifende
Zusammenarbeit zwischen europäischen Regionen ist dabei zu einem wichtigen
Baustein in der Integration Europas geworden. Mit den Projekten in diesem
Bereich fördert der Europäische Dialog
den interregionalen Austausch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen
Akteuren insbesondere aus den europäischen Partnerregionen Brandenburg, Masowien
und Ile-de-France. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf zivilgesellschaftliche
Initiativen zur Stärkung regionaler Partnerschaften. Europa
in der Welt In einem internationalen
Umfeld, das durch neue „Global Players“, wachsende Interdependenzen und
komplexe globale Herausforderungen geprägt ist, muss die EU ihr eigenes
außenpolitisches Profil schärfen. Während auf institutioneller Ebene durch den
Vertrag von Lissabon einige Fortschritte erzielt wurden, charakterisieren unterschiedliche
nationale Interessen, außenpolitische Traditionen und Wahrnehmungsmuster das
Auftreten der EU auf der internationalen Bühne. Mit den Projekten dieses
Arbeitsfeldes fördert der Europäische
Dialog einen intensiven Austausch über die Gestaltung der EU-Außenbeziehungen
einschließlich der Entwicklung in den Nachbarregionen. Hierbei gilt ein
besonderes Augenmerk der verstärkten strategischen Abstimmung zwischen den
Ländern des Weimarer Dreiecks und der Europäisierung bi- und trilateraler
Initiativen. III.
Formate & Arbeitsmethoden Die Aktivitäten des Europäischen Dialogs finden in
unterschiedlichen Projektformaten statt. Im Vordergrund der Fachtagungen steht
die kontroverse Diskussion einzelner Aspekte der Europapolitik – in der Regel
unter Chatham-House-Rules – zwischen politischen Entscheidungsträgern und
Fachexperten. Diese können zur Gründung einer Arbeitsgruppe führen, die einer
fokussierten Fragestellung oder neuen Projektidee gewidmet ist. Strategische
Fragen der Zukunft Europas werden mit unterschiedlichen thematischen
Schwerpunkten in großen öffentlichen und interdisziplinären Konferenzen
behandelt. Darüber hinaus nehmen innovative Nachwuchsprojekte, in denen der
direkte Austausch unter den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Europa
gefördert wird, einen wichtigen Platz ein. Die Projekte des Europäischen Dialogs werden durch die
Publikationsreihen Genshagener Papiere
und Genshagener Schriften abgerundet.
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