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Europäischer Dialog

Leitbild Europäischer Dialog – Europa politisch denken

  1. Leitlinien & Ziele
  2. Arbeitsfelder
  3. Formate

 

I. Leitlinien & Ziele

Die Stiftung Genshagen widmet sich im Europäischen Dialog der politischen Dimension der Zukunft Europas. Unseren Aktivitäten liegt die Überzeugung zugrunde, dass die europäische Integration bewahrt und vertieft werden muss, um Frieden, Freiheit, Solidarität und Wohlstand in Europa dauerhaft zu sichern. Der Europäische Dialog dient der Reflexion über den inneren Zusammenhalt der Europäischen Union, ihre politischen Handlungsfähigkeit und ihre Rolle in der Welt. Unser besonderes Interesse gilt der deutsch-französischen und der deutsch-polnischen Zusammenarbeit sowie der Kooperation im Weimarer Dreieck unter Einbeziehung weiterer europäischer und außereuropäischer Partner.

Dabei verfolgen wir die Ziele,

  • die europapolitischen Debatten in Deutschland, Frankreich, Polen und weiteren europäischen Ländern zu fördern, durch neue Ideen zu beeinflussen und über die nationalen Grenzen hinauszutragen,
  • den ergebnisorientierten Austausch von Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern und damit an der Entwicklung von Antworten auf zentrale europäische Zukunftsfragen mitzuwirken,
  • das Projekt der europäischen Integration einem breiten Publikum zu vermitteln, um es in der Zivilgesellschaft nachhaltig zu verankern.

 

II. Arbeitsfelder

Der Europäische Dialog arbeitet in den sechs Arbeitsfeldern „Deutsch-französische Beziehungen“, „Deutsch-polnische Beziehungen“, „Weimarer Dreieck“, „Junges Europa“, „Regionales Europa“ und „Europa in der Welt“.

 

Deutsch-französische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich prägen seit den 1950er Jahren die Entwicklung der europäischen Integration. Oft haben sie als Motor der Integration gewirkt, oft waren ihr Mangel an Handlungsfähigkeit oder ihre scheinbare Dominanz in der EU Gegenstand scharfer Kritik. Heute gilt es mehr denn je, das bilaterale Kapital zu pflegen und zum Nutzen Europas einzusetzen. In den Projekten dieses Arbeitsfeldes wird – unter Einbeziehung weiterer Partner – zum einen der intensive deutsch-französische Austausch über europäische Zukunftsfragen gefördert. Zum anderen sind die bilateralen Beziehungen selbst Gegenstand von Analyse und Diskussion.

 

Deutsch-polnische Beziehungen

Seit der Zäsur von 1989 haben die deutsch-polnischen Beziehungen einen dynamischen Wandel erfahren und gelten heute zu Recht als europäische Erfolgsgeschichte. Deutschlands Rolle als Anwalt Polens hat ausgedient. Polen tritt seit seinem EU-Beitritt 2004 zunehmend als Gestaltungsmacht in Europa auf. Beide Länder stehen heute vor der Herausforderung, ihre bilateralen Beziehungen trotz anhaltender Asymmetrien als eine gleichberechtigte Partnerschaft im Dienste Europas neu zu definieren. In den Projekten dieses Arbeitsfeldes wird – unter Einbeziehung weiterer Partner – zum einen der intensive deutsch-polnische Austausch über europäische Zukunftsfragen gefördert. Zum anderen sind die bilateralen Beziehungen selbst Gegenstand von Analyse und Diskussion.

 

Weimarer Dreieck

War das Weimarer Dreieck in den 1990er Jahren ein zukunftsorientiertes Instrument zur Heranführung Polens an die EU mit deutscher und französischer Unterstützung, so ist es gegenwärtig ein in seinem Sinn und Zweck umstrittenes Modell. Doch gerade in der heutigen, großen EU ist eine vertrauensvolle, pragmatische und am gemeinsamen europäischen Interesse ausgerichtete Zusammenarbeit der drei Länder zwingend notwendig. Dieses Arbeitsfeld ist geprägt von der trilateralen Arbeit an einzelnen Politikfeldern der Europäischen Union, vom Austausch über Interessendivergenzen und von der Diskussion europapolitischer Strategien – stets mit dem Blick auf den Mehrwert für die gesamte EU.

 

Junges Europa

Das Engagement junger Bürgerinnen und Bürger und die Bewahrung des europäischen Geistes sind unabdingbar für den Erfolg der Integration unseres Kontinents. Der Europäische Dialog will Europa vermitteln und erlebbar machen, sowie explizit jüngeren Experten Gelegenheit geben, sich mit wichtigen Fragen europäischer Politik auseinanderzusetzen. Die Projekte in diesem Bereich richten sich daher an Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie junge Berufstätige. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Austausch über Länder- und Sprachgrenzen hinweg, im Weimarer Dreieck und darüber hinaus.

 

Regionales Europa

Europa lebt aus seinen Regionen heraus und wird für viele europäische Bürger über die Regionen konkret erfahrbar. Die regionale Dimension der europäischen Integration hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen europäischen Regionen ist dabei zu einem wichtigen Baustein in der Integration Europas geworden. Mit den Projekten in diesem Bereich fördert der Europäische Dialog den interregionalen Austausch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren insbesondere aus den europäischen Partnerregionen Brandenburg, Masowien und Ile-de-France. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf zivilgesellschaftliche Initiativen zur Stärkung regionaler Partnerschaften.

 

Europa in der Welt

In einem internationalen Umfeld, das durch neue „Global Players“, wachsende Interdependenzen und komplexe globale Herausforderungen geprägt ist, muss die EU ihr eigenes außenpolitisches Profil schärfen. Während auf institutioneller Ebene durch den Vertrag von Lissabon einige Fortschritte erzielt wurden, charakterisieren unterschiedliche nationale Interessen, außenpolitische Traditionen und Wahrnehmungsmuster das Auftreten der EU auf der internationalen Bühne. Mit den Projekten dieses Arbeitsfeldes fördert der Europäische Dialog einen intensiven Austausch über die Gestaltung der EU-Außenbeziehungen einschließlich der Entwicklung in den Nachbarregionen. Hierbei gilt ein besonderes Augenmerk der verstärkten strategischen Abstimmung zwischen den Ländern des Weimarer Dreiecks und der Europäisierung bi- und trilateraler Initiativen.

III. Formate & Arbeitsmethoden

Die Aktivitäten des Europäischen Dialogs finden in unterschiedlichen Projektformaten statt. Im Vordergrund der Fachtagungen steht die kontroverse Diskussion einzelner Aspekte der Europapolitik – in der Regel unter Chatham-House-Rules – zwischen politischen Entscheidungsträgern und Fachexperten. Diese können zur Gründung einer Arbeitsgruppe führen, die einer fokussierten Fragestellung oder neuen Projektidee gewidmet ist. Strategische Fragen der Zukunft Europas werden mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten in großen öffentlichen und interdisziplinären Konferenzen behandelt. Darüber hinaus nehmen innovative Nachwuchsprojekte, in denen der direkte Austausch unter den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Europa gefördert wird, einen wichtigen Platz ein. Die Projekte des Europäischen Dialogs werden durch die Publikationsreihen Genshagener Papiere und Genshagener Schriften abgerundet.

 


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