. .

Cecile Wesolowski - La Vie Liquide

Cécile Wesolowski ist eine in Croix (Nord Frankreich) geborene Konzept- und Multimediakünstlerin, die in ihren Werken die Spannungsbögen zwischen Leichtigkeit und tiefer Schwermut im Baudrillardschen Sinne, thematisch inszeniert. Nach ihrem Studium an der Kunsthochschule der Region Hauts-de-France ERSEP und der Universität Venedig (bei Giorgio Agamben) nimmt Cécile Wesolowski an verschiedenen Kunstresidenzen und Ausstellungen in England, Italien, Schottland, den Niederlanden und den USA teil. Seit 2011 lebt und arbeitet Cécile Wesolowski in Potsdam. Im Juni 2019 erhielt sie den Nachwuchsförderpreis der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg im Rahmen des MOZ Kunstpreises.

Cécile Wesolowski sieht ihre Kunstproduktionen als Inszenierung der Gefühlsbögen zwischen schwer oder albern. Die Künstlerin der Fremdheit und Verfremdung äußert sich durch die Hyperrealität und "die Simulation von etwas, das nie wirklich existierte" (vgl. Jean Baudrillard). Humor, Kitsch, Überproduktion, Akkumulation und Überfluss, Umgang mit Informationen, Frauenbild und Popkultur bilden thematische Schwerpunkte in ihren Arbeiten. Die Art, wie sie wechselseitig Position bei der Verwendung von Humor einnimmt, lässt die Grenzen zwischen Imagination, Verführung und Brutalität verschwimmen.

Die im Schloss Genshagen ausgestellten Werke sind Teil der Ausstellungsreihe "La Vie Liquide" - der Welt, in der alles fließt. In dieser geht sie auf die These des polnisch-englischen Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman, eines epochalen gesellschaftlichen Übergangs von einer stabilen, auf materiellen Produkten basierenden Moderne hin zu einer fluiden, auf Software basierenden Moderne, ein. Cécile Wesolowski reagiert auf diese neuen Strömungen der Lebensverhältnisse, indem sie die Phänomene dieses fluiden, digitalen Anthropozäns aus eigener Perspektive neu kombiniert, sie dabei überhöht und gleichzeitig hinterfragt. Goldene Überlebensdecken werden in zeitaufwendiger Handarbeit zu Blumendekors transformiert; gefaltetes Metall wird mit immateriellen Lichtspielen kombiniert und dekonstruiert somit scheinbar banale Widersprüche der Konsumgesellschaft. Mit viel Fantasie und Humor werden vormals profane Konsumobjekte in Szene gesetzt, die nun plötzlich Glanz, Glamour und Wert suggerieren. In dieser Fusion der einstigen Gegenstände werden alle zu Symbolträgern eines entfremdeten Verhältnisses zwischen Mensch und Natur und gleichzeitig zu Neu-Geschöpfen in einer künstlerischen Landschaft.

Dieses Projekt ist eine Kooperation mit dem Kunstraum Potsdam.