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Europäischer Dialog

14.03.2018 00:00 Alter: 190 days

Deutsch-französische Kooperation gegenüber dem Maghreb, Maison de l’Amérique Latine, Paris

14.03.2018

Seit dem Arabischen Frühling 2011 ist eine zunehmende Konvergenz der Interessen Deutschlands und Frankreichs mit Blick auf die Maghreb-Staaten zu beobachten.  Dazu hat insbesondere ein steigendes Interesse Deutschlands an der Region sowie das Streben Frankreichs beigetragen, seine traditionell engen bilateralen Beziehungen zu der Region neu auszurichten. In beiden Staaten stehen mit den sicherheitspolitischen Herausforderungen, die in der Region ihren Ursprung haben, sowie der steigenden  Migration aus und über die Region nach Europa, heute dieselben Themen oben auf der Agenda.

Paradoxerweise haben diese sich annähernden Interessenlagen bis dato jedoch kaum zu nennenswerten gemeinsamen deutsch-französischen Aktionen gegenüber der Region geführt. Vor diesem Hintergrund haben Tobias Koepf und Isabel Schäfer im jüngst erschienenen Genshagener Papier Nr. 20 einige Vorschläge für eine bessere Koordination der Politiken Deutschlands und Frankreichs sowie für gemeinsame Initiativen gegenüber der Region formuliert, die im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit den Frankreich-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung und des European Council on Foreign Relations (ECFR) in Paris mit ca. 25 Teilnehmenden diskutiert wurden.

Neben diesen konkreten Vorschlägen ging es in der Diskussion insbesondere um die Frage, ob eine Politik gegenüber der gesamten Maghreb-Region überhaupt möglich und sinnvoll sei. Viele Wortbeiträge plädierten dafür, die Beziehungen zu den sich in jeweils sehr unterschiedlichen Entwicklungen befindlichen Maghreb-Staaten differenziert zu betrachten. Während Deutschland und Frankreich in Tunesien, Libyen und ggf. auch noch Marokko ihre Zusammenarbeit ausbauen sollten, stelle sich dies in Algerien aufgrund des französisch-algerischen Sonderverhältnisses und der aktuellen politischen Situation weitaus schwieriger dar.

 

Partner: Heinrich-Böll-Stiftung, European Council on Foreign Relations (ECFR)

Kontakt: Dr. Tobias Koepf