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Veranstaltungsinformationen

14.09.2016 09:12 Alter: 256 days

Preisverleihung und Symposium: »Kunst der Vermittlung – Vermittlung der Kunst« und BKM-Preis Kulturelle Bildung 2017

20.06.2017

Der BKM-Preis Kulturelle Bildung wird 2017 zum neunten Mal verliehen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien honoriert mit diesem Preis jedes Jahr bundesweit wegweisende Projekte der künstlerisch-kulturellen Vermittlung und unterstreicht die Bedeutung der Kulturellen Bildung in Deutschland. Ziel ist es, allen Menschen, unabhängig von finanzieller Lage und sozialer Herkunft, den Zugang zu kulturellen Angeboten zu erleichtern. Prämiert werden Projekte, die innovativ sind, nachhaltig wirken und Menschen erreichen, die bisher kaum oder gar nicht von den Angeboten der Kunst und Kultur profitieren. Nominiert werden jedes Jahr insgesamt zehn Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet, die von einer Fachjury aus einer Vielzahl von Vorschlägen ausgewählt werden.

2017 wurden nominiert (alphabetische Reihenfolge):

All Included! Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt
Projektträger: Jugend Museum Berlin
Im Kooperationsverbund Museum und Schule werden unterschiedliche Bildungsangebote entwickelt, die im Jugend Museum erprobt werden, um mit Kindern und Jugendlichen die Vielfalt geschlechtlicher und sexueller Lebensweisen über Zugänge ästhetisch-musealer Bildung zu bearbeiten.

Das Wunderkammerschiff
Projektträger: Stiftung Olbricht & Stiftung Helga Breuninger (diverse Orte in Brandenburg)
Das WUNDERKAMMERSCHIFF fährt seit Ende Mai 2016 als mobiler, interaktiver Museumsraum auf dem Seeweg zu Kindern zwischen 5 und 12 Jahren in Brandenburg und Berlin.

Die Sieben Künste von Pritzwalk (Pritzwalk/ Brandenburg)
Projektträger: BKV Brandenburgischer Kunstverein e.V.
Mit den "Sieben Künsten von Pritzwalk" wurde einen Sommer lang die Innenstadt von Pritzwalk in einen siebenteiligen Ausstellungsort verwandelt. In sieben leerstehenden Ladengeschäften wurde eine Ausstellung geschaffen, die zeigt, wie kreativ und vielfältig Pritzwalk ist.

Die Spiegelbarrikade (Dortmund/ Nordrhein-Westfalen)
Projektträger: Schauspiel Dortmund
Die Spiegelbarrikade ist eine soziale Plastik, bestehend aus einer Vielzahl von silbern glänzenden, aufblasbaren Würfeln. Diese sind von hunderten Händen gebaut worden – u.a. im Schauspiel Dortmund und an 14 Dortmunder Schulen, die sich im Programm „Schulen ohne Rassismus“ zusammengeschlossen haben. Das Theater Dortmund hatte dieses Projekt gemeinsam mit "Tools for Action" gestartet, um am 4. Juni 2016 einen geplanten Aufmarsch von Rechtsextremisten zu stoppen und ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

DIE VÖGEL II - Stimmen der Stadt - Theaterspaziergang im Bergzoo Halle (Halle an der Saale/ Sachsen-Anhalt)
Projektträger: Theaterverein Wolter & Kollegen e.V.
Auf der inhaltlichen Vorlage des Textes „Die Vögel“ von Aristophanes erarbeiten Amateur-, semiprofessionelle und professionelle Gruppen mit professionellen Kulturschaffenden musikalische, tänzerische, performative Szenen und Auszüge. Die entstehenden Darbietungen wurden an Spielorten im Bergzoo Halle präsentiert. Die Zusammenstellung der Gruppen ist generationsübergreifend erfolgt. Über 1.500 Zuschauer erlebten an 30 Spielorten die fast 300 Akteure.

Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute (europaweit)
Projektträger: Komische Oper Berlin
Der Operndolmuş der Komischen Oper Berlin geht auf eine mehr als 3000 km lange Reise entlang jener Strecke, die viele als »Gastarbeiter« in West-Deutschland tätige Arbeitsmigranten seit den 1960er Jahren alljährlich nutzten, um im Urlaub für einige Wochen in ihre ursprünglichen Heimatorte zurückzukehren. In einer eigens für diese Reise entstandenen 45-minütigen Musiktheaterrevue wird den äußeren Beweggründen und seelischen Bewegungen nachgespürt, die die Menschen zu allen Zeiten dazu antrieb, ihr Glück in der Ferne zu suchen, wenn auch zum Preis der Sehnsucht nach der verlassenen Heimat.

Kinder im Exil (bundesweit)
Projektträger: Akademie der Künste
Kinder im Exil stellt Flucht- und Exilerfahrungen von Kindern in den Mittelpunkt eines umfangreichen Programms. Die Ausstellung zeigt in einem historischen Teil Faksimiles von Fotos, Briefen und Werkmanuskripten aus dem Akademie-Archiv, insbesondere aus Nachlässen von Künstlern, die mit ihren Kindern zwischen 1933 und 1945 ins Exil gehen mussten. Bisher wurde die Perspektive der mit ihren Eltern geflohenen Künstler kaum oder wenig beachtet. Im Fokus sind hier die Söhne und Töchter von Walter Benjamin, Bertolt Brecht und Helene Weigel, George Grosz, Anna Seghers und vielen anderen.

on.tour - Das Jüdische Museum macht Schule (bundesweit)
Projektträger: Stiftung Jüdisches Museum Berlin
on.tour - Das Jüdische Museum Berlin macht Schule ist eine mobile Ausstellung, die seit 2007 bundesweit weiterführenden Schulen aller Schultypen sowie Justizvollzugsanstalten für Jugendliche, aber auch Festivals und Messen im gesamten Bundesgebiet besucht. Die mobile Ausstellung besteht aus fünf roten Würfeln mit eingelassenen Vitrinen, die ausgewählte Objekte aus dem Museum enthalten. Sie gibt prägnante Einblick in die deutsch-jüdische Geschichte, jüdische Religion und die Lebenswege bekannter wie unbekannter Juden.

Teentalitarismus (diverse Orte in Nordrhein-Westfalen)

Projektträger: Kultur Ruhr GmbH
Ein Teenager-Machtgebiet wird auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle errichtet. Hier manifestieren die Jugendlichen einen Ort, an dem den Ansichten, Wünschen und Regeln von jungen Menschen absolute Priorität eingeräumt wird. Diese teentalitaristische Zone mitten im Festivalzentrum der Ruhrtriennale ist offen für Erwachsene, Schulklassen und andere Jugendliche – so lange sie sich an die Gesetze und Verhaltensregeln der Teenager halten.

VISION - ein partizipatives Konzertprojekt von PODIUM Esslingen mit Schüler/innen der Katharinenschule (Esslingen am Neckar/ Baden-Württemberg)
Projektträger: PODIUM Esslingen
15 Jugendliche, die sich für Musik interessieren, aber kaum musikalische oder instrumentale Vorbildung haben, drei junge Musiker, eine Musikvermittlerin, ein Grafikdesigner und ein Licht-/ Tontechniker realisieren innerhalb einer Woche das Konzert VISION, welches Teil des regulären Festivalprogramms ist. Die Schüler entdeckten ihre eigenen künstlerischen, organisatorischen, technischen, kommunikativen, dramaturgischen Talente, organisierten sich als Team.

Die nominierten Projekte werden sich und ihre Arbeit im Vorfeld der Preisverleihung  im Schlosspark der Stiftung Genshagen präsentieren. Ihre meist innovativen Methoden und Vernetzungen bilden die inhaltliche Grundlage eines Symposiums, bei dem sich aus ganz Deutschland angereiste Gäste, Kulturschaffende, Verwaltungsmitarbeiter, Kulturpolitiker und Experten über aktuelle Themen und Herausforderungen der Kulturellen Bildung informieren und austauschen können.

Zur Pressemitteilung der BKM geht es hier.

Förderer: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien – Referat K52

Kontakt: Margit Middelmann