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Veranstaltungsinformationen

29.03.2018 09:12 Alter: 82 days

Diskussion und Ausstellung „Günter Grass und Daniel Chodowiecki – zwei Europäer aus Danzig?“

12.04.2018 - 22.05.2018

Günter Grass: Selbst im Wald, 2008, Lithographie, im Besitz der Danziger Stadtgalerie

Daniel Chodowiecki: Brandenburger Tor, Gestalt von 1735 bis 1788, Radierung von 1764, aus dem Katalog der Ausstellung „Wir Berliner“ Geschichte einer deutsch-polnischen Nachbarschaft, Robert Traba (Hg.), Koehler & Amelang, 2009

Am 12. April 2018 veranstaltete die Stiftung Genshagen eine Diskussion zum Thema „Günter Grass und Daniel Chodowiecki – zwei Europäer aus Danzig?“. Anlass der Veranstaltung war die Eröffnung der Ausstellung mit ausgewählten Werken von Günter Grass und Daniel Chodowiecki. Die Arbeiten der beiden Künstler stammen aus den Sammlungen des Chodowiecki-und-Grass-Hauses sowie der Stadtgalerie in Danzig.

Günter Grass hinterließ neben seinem literarischen Werk zahlreiche Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen. Daniel Chodowiecki war Grafiker, Illustrator und Kupferstecher im 18. Jahrhundert. Beide waren Bürger von Danzig, die Stadt ehrt sie als große Danziger und Europäer. Sie lebten und wirkten an den Grenzen vielfältiger kultureller, nationaler und ideeller Einflüsse, die ihre Identitäten geformt haben. Beide waren geprägt von der europäischen Kultur und hielten ihre Beobachtungen und Eindrücke in ihren Werken fest.

Die Stiftung Genshagen griff die Lebensbilder der beiden Persönlichkeiten auf und ging der Frage nach, was uns ihre Biografien im heutigen Europa vermitteln. Was formte ihre Identitäten damals? Was prägt unsere heutigen Identitäten? Was bedeutet für uns Europa? Wieviel nationale und wie viele europäische Identitäten tragen wir in uns?

Professor Thomas Serrier von der Europa-Universität Viadrina und Gastprofessor der Université Paris 8 Vincennes – Saint-Denis zitierte aus der Rede von Günter Grass, die er 1991 kurz vor der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages hielt. Darin bezeichnete Grass Chodowiecki als einen Europäer und warnte gleichzeitig vor Nationalismen in Europa. Professor Robert Traba, Leiter des Zentrums für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin-Pankow und Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin, sprach über die asymmetrischen Aufarbeitungsprozesse. Um Annäherung und Versöhnung anzustreben, solle man nicht nur nach den Spuren eigener Geschichte in der Fremde suchen, sondern auch Interesse für das Fremde entwickeln.

Die Diskussion moderierte Stephanie von Oppen, Deutschlandfunk Kultur.

 

Ausstellung im Schloss Genshagen: 12.04. – 18.05.2018

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9.00 – 17.00 Uhr (nach Vereinbahung mit dem Sekretariat)

 

 

Partner: Danziger Stadtgalerie, Daniel Chodowiecki und Günter Grass-Haus in Danzig, Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Kontakt: Magdalena Nizioł