Fachtagung „Migration-Sicherheit-Entwicklung in Nordafrika und der Sahelzone“

07.07.2016

Am 23. und 24. Juni 2016 fand im Schloss Genshagen die in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) durchgeführte Fachtagung "Sicherheit versus Entwicklung? - Perspektiven für die deutsch-französische Außen- und Entwicklungspolitik in Nordafrika" statt.

Ziel der Tagung, an der ca. 35 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Frankreich und der Region sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Deutschland und Frankreich teilnahmen, war es, Vorschläge für eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Berlin und Paris in deren Politik gegenüber Nordafrika zu erarbeiten. Im Mittelpunkt des Programms standen insbesondere die beiden Länderfallstudien Libyen und Tunesien, da sich die politische Situation dort seit dem "arabischen Frühling" des Jahres 2011 am dynamischsten (im positiven Sinne in Tunesien, im negativen Sinne in Libyen) darstellt und damit auch die Einwirkungsmöglichkeiten von außen am größten sind. Besonderes Augenmerk richtete sich auf den oft konstatierten Widerspruch zwischen der in erster Linie Sicherheitsinteressen verfolgenden Politik Frankreichs und der sich vor allem an entwicklungspolitischen Zielen orientierenden Politik Deutschlands sowie die Möglichkeiten, diese beiden Ansätze konstruktiv miteinander zu verbinden.

Ergänzt wurde die Tagungsagenda durch einen vergleichenden Blick auf den an Nordafrika angrenzenden Sahel-Staat Mali. Mali hat sich seit dem Ausbruch der Mali-Krise im Jahre 2012 zu einem "Labor" eines umfassenden, d.h. Sicherheits- und Entwicklungspolitik miteinander verbindenden, außenpolitischen Ansatzes entwickelt und ist zuletzt auch zu einem besonderen Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich geworden.