Brandenburger Europagespräch „Zwischen Europadämmerung und neuer Dynamik. Die EU nach den Wahlen“

Am 19.06.2019 fand unter dem Titel „Zwischen Europadämmerung und neuer Dynamik – Die EU nach den Wahlen“ ein weiteres Brandenburger Europagespräch im Schloss Genshagen statt. Der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission Günter Verheugen forderte in seinem Impulsvortrag einen umfassenden Paradigmenwechsel in der europäischen Politik. Die EU müsse wieder als echte Schicksalsgemeinschaft verstanden werden. Seine Thesen wurden mit Gesprächspartnern aus Politik und Think Tanks aus Frankreich, Polen und Serbien kontrovers diskutiert.

    Foto: © Stiftung Genshagen | G. Heindrichs

     

    Datum

    19. Juni 2019

    Ansprechpartner/in

    Stephen Bastos

    Telefon

    +49-3378-8059-50

    Am 19.06.2019 fand unter dem Titel "Zwischen Europadämmerung und neuer Dynamik - Die EU nach den Wahlen" ein weiteres Brandenburger Europagespräch im Schloss Genshagen statt. Der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission Günter Verheugen forderte in seinem Impulsvortrag einen umfassenden Paradigmenwechsel in der europäischen Politik. Der Zusammenhalt der EU sei akut gefährdet, wenn diese weiterhin nur als lose Interessengemeinschaft verstanden werde. Die EU müsse sich daher als echte Schicksalsgemeinschaft begreifen.

    Die Mitgliedstaaten der EU müssten ihre nationalen Interessen stärker den gemeinsamen europäischen Interessen unterordnen und das Wohl der EU als Ganzes in den Vordergrund stellen. Deutschland und Frankreich seien aufgerufen, sich wieder als Speerspitze der europäischen Integration zu verstehen und, wenn nötig, mit einer kleineren Gruppe europäischer Partner die Vertiefung der EU voranzutreiben.

    In der anschließenden Podiumsdebatte diskutierte Verheugen seine Thesen mit der französischen Abgeordneten und Sprecherin von La République En Marche Valérie Gomez-Bassac, mit Piotr Buras, Direktor des Warschauer Büros des European Council on Foreign Relations (ECFR) und mit dem ehemaligen serbischen Diplomaten und jetzigen Experten des Open Society European Policy Institutes Srđan Cvijić.

    In einer lebhaften und spannungsgeladenen Debatte ging es unter anderem um die Fragen, ob wir 15 Jahre nach der großen Osterweiterung eine Renaissance der Ost-West-Spaltung Europas erleben und wie eine erfolgreiche Strategie der EU gegenüber ihrer Nachbarschaft insbesondere auf dem Balkan im Spannungsfeld zwischen Erweiterung, Vertiefung und Zusammenhalt der EU aussehen sollte.

    Partner: Europäische Bewegung

    Förderer: Auswärtiges Amt