KIWit-Traineeprogramm in BKM-geförderten Kunst- und Kulturinstitutionen

Im September 2019 startete die Stiftung Genshagen mit einem zehnmonatigen Traineeprogramm, das zum Ziel hat, Menschen mit Einwanderungsgeschichte bei ihrem Berufseinstieg in öffentlich geförderte Kulturinstitutionen zu unterstützen.

Datum

23 November 2018 - 31 Dezember 2019

Ansprechpartner/in

Dr. Angelika Eder

Telefon

+49-3378-8059-31

Ein Pilotprojekt der Stiftung Genshagen zur diversitätssensiblen Nachwuchsförderung | Das KIWit-Traineeprogramm

Deutschland ist ein Einwanderungsland, dessen Gesellschaft von Vielfalt geprägt ist. Obwohl immer mehr Kunst- und Kulturinstitutionen sich für die kulturelle Diversität öffnen, wird diese Wirklichkeit in den Einrichtungen noch nicht ausreichend abgebildet. Im Personal der Kulturinstitutionen findet sich nur eine sehr geringe Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Einwanderungsgeschichte.

Im September 2019 startete die Stiftung Genshagen mit einem zehnmonatigen Traineeprogramm, das zum Ziel hatte, Menschen mit eigener oder familiärer Einwanderungsgeschichte bei ihrem Berufseinstieg in öffentlich geförderte Kulturinstitutionen zu unterstützen. Es wurde an insgesamt neun verschiedenen BKM-geförderten Einrichtungen deutschlandweit umgesetzt, die sich für die Teilnahme am Programm bei der Stiftung Genshagen bewerben konnten.

Der Anspruch des Programms bestand darin, die Trainees für ihren Berufsweg im Kulturbereich vorzubereiten, sie in ihrer Kompetenzentwicklung zu stärken und bestenfalls auf lange Sicht einen Beitrag zum Abbau von Einstellungshindernissen gegenüber unterrepräsentierten Akteurinnen und Akteuren mit Migrationsbiografien zu leisten. Zugleich sollte das Programm zu einer stärkeren Sensibilität innerhalb der Institutionen beitragen und diese ermutigen, langfristig ihre Personalstruktur diverser zu gestalten.

Rahmenbedingungen des KIWit-Traineeprogramms

Für die Auswahl der teilnehmenden Institutionen galt es sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden vor Ort die Trainees von Beginn an als gleichberechtige Mitglieder des Teams betrachten würden. Eine weitere Grundvoraussetzung war ein eigener, voll ausgestatteter Arbeitsplatz. Zudem sollten die sich bewerbenden Einrichtungen eine Grundsensibilität für das Thema Diversität mitbringen. Das heißt, dass auf unterschiedlichen Institutionsebenen bereits eine Auseinandersetzung mit der Thematik und damit verbundenen Ausschlussmechanismen stattgefunden haben sollte.

Die Aufgabe der Trainees bestand dabei nicht darin, als „Diversitätsbeauftragte“ in den Kulturinstitutionen zu agieren, sondern sie sollten darin unterstützt werden, ihren Beruf als Kunsthistoriker/in, Kulturmanager/in, Medienpädagog/in etc. in einer öffentlich geförderten Kulturinstitution auszuüben. Die Kunst- und Kulturinstitutionen stellten den Trainees hierzu eine Ansprechperson (bzw. eine Mentorin oder einen Mentor) zur Seite, die diese während des gesamten Traineeprogramms persönlich betreute.

Die Stiftung Genshagen begleitete die Trainees sowie deren Mentorinnen und Mentoren aus den beteiligten Kulturinstitutionen über die gesamte Projektlaufzeit hinweg. Veranstaltungen der Stiftung Genshagen als Rahmenprogramm in Form eines Auftakttreffens im August 2019 sowie einer Zwischenbilanz im Januar 2020 ermöglichten den Trainees wie auch den Mentorinnen und Mentoren, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und Strategien zur Gestaltung einer diversitätsorientierten Öffnung der Häuser in den Blick zu nehmen.

Bei einer digitalen Abschlussveranstaltung im Juni 2020 wurden zudem die bisherigen Monate und der Gesamtnutzen des Programms reflektiert, über Herausforderungen im Berufsalltag der Trainees gesprochen sowie an Zukunftsperspektiven der Trainees wie auch der Institutionen gearbeitet. Im Laufe der zehn Monate ihrer Beschäftigung bekamen die Trainees nicht nur wertvolle Einblicke in den Arbeitsalltag ihrer eigenen Häuser, sondern konnten bei einem Treffen in Berlin Ende November 2019 auch Arbeitsfelder und Projekte anderer am Programm beteiligter Einrichtungen kennenlernen. Zudem hatten sie die Möglichkeit, nach individuellem Bedarf an Fortbildungen ihrer Wahl teilzunehmen. Das Traineeprogramm stellte somit eine relevante Grundlage für den weiteren Berufsweg im Kunst- und Kulturbereich dar. 

Folgende Institutionen nehmen am KIWit-Traineeprogramm teil:

<link www.adk.de/>Akademie der Künste</link>, Berlin <link dah-bremerhaven.de/>Deutsche Auswandererhaus</link>, Bremerhaven <link www.kulturforum.info/de>Deutsche Kulturforum östliches Europa</link>, Potsdam <link www.sepulkralmuseum.de/>Museum für Sepulkralkultur</link>, Kassel <link www.stiftung-bg.de/>Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten - Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen</link>, Oranienburg <link www.buchenwald.de/nc/896/>Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora</link>, Weimar <link www.spsg.de/startseite/>Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg</link>, Potsdam <link www.visionkino.de/>Vision Kino - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz</link>, Berlin sowie <link www.voelklinger-huette.org/willkommen/>Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur</link>, Völklingen.