Unter Druck: Die Zukunft der Demokratie im Weimarer Dreieck gestalten
Der Zustand unserer Demokratien ist zu einem allgegenwärtigen Thema geworden. Sie sehen sich in einem angespannten geopolitischen Umfeld vielfältigen internen und externen Spannungen ausgesetzt. Diese zeigen sich etwa in einer zunehmenden Polarisierung öffentlicher Debatten, realen oder wahrgenommenen gesellschaftlichen Konflikten, einem schwindenden Vertrauen in die repräsentative Demokratie, dem Erstarken nationalpopulistischer Kräfte und einer wachsenden Infragestellung des Rechtsstaats.
Sowohl in Frankreich und Deutschland, als auch in Polen können ähnliche Tendenzen beobachtet werden. Sie fügen sich aber in unterschiedlichen politischen Systemen und Entwicklungen, sowie in unterschiedlichen demokratischen Erinnerungskulturen und Gesellschaftsstrukturen ein. Der Vergleich hilft, nicht nur besorgniserregende Entwicklungen besser zu verstehen, sondern auch einige ermutigende und manchmal wenig sichtbare Demokratieentwicklungen zu identifizieren. Da Demokratien von ständigen Anpassungen an neue gesellschaftliche und politische Realitäten leben, hängt die künftige politische Stabilität in Europa nicht zuletzt davon ab, ob solche Transformationsprozesse in den Ländern des Weimarer Dreiecks langfristig gelingen werden.
Demokratie unter Druck: zentrale Fragen
Wie reagieren die Länder des Weimarer Dreiecks auf Herausforderungen, die die jeweiligen demokratischen Systeme politisch, institutionell und gesellschaftlich in ihrer Substanz bedrohen?
Wo liegen Ähnlichkeiten und Unterschiede, wo Potenzial für gemeinsames Handeln?
Welche Rolle können politische, zivilgesellschaftliche, aber auch wirtschaftliche Akteure zur Stärkung der Demokratie in den drei Ländern und in Europa spielen?
Wirkung und Zielsetzung
Das Projekt bringt Akteur*innen aus Deutschland, Frankreich und Polen im Schloss Genshagen zusammen und schafft so ein einzigartiges, interdisziplinäres und sektorübergreifendes Netzwerk. Im Austausch zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung werden Erfahrungen gebündelt, Wissen geteilt und gemeinsame Perspektiven auf die Herausforderungen demokratischer Gesellschaften entwickelt. Der Projektzeitraum (2025-2028) ist so angelegt, dass wichtige Wahlen in den Ländern des Weimarer Dreiecks im Laufe der Konferenzen berücksichtigt werden (französische Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Frühling 2027, polnische Parlamentswahlen im Herbst 2027, Landtagswahlen in Deutschland).
Publikationen, Podiumsdiskussionen und Bürgerdialoge machen die Ergebnisse des Austauschs einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und fördern den gesellschaftlichen Dialog über die Zukunft der Demokratie in Europa.
Das Projekt schafft die Voraussetzungen für neue Kooperationen und gemeinsame Handlungsansätze in den Ländern des Weimarer Dreiecks. Auf diese Weise trägt es dazu bei, demokratische Resilienz in Europa zu stärken und den europäischen Zusammenhalt zu fördern.
Projektablauf
| Spannungsfeld 1 Institutionen/Politik 2025 | Institutionelle Spannungsfelder/Systeme im Wandel: Wehrhaftigkeit der liberalen, repräsentativen Demokratie (Parteiensysteme, Rechtsstaat) unter Druck nationalpopulistischer Parteien. |
| Spannungsfeld II Öffentlichkeit 2027 | Medien und politische Kommunikation in Zeiten von digitalen Machtkämpfen; Resilienz der demokratischen Öffentlichkeit. |
| Spannungsfeld III Gesellschaft 2028 | Gesellschaftliche Spannungen: soziale Konflikte als Risiko und Chance für die Demokratie; Formen der partizipativen Demokratie als Lösungsansatz. |